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Die Bildgestaltung
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Grundsätzliche Überlegungen
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Das Motiv
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Beschränkung auf das
Wesentliche
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Eine Frage des Formats
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Licht und Schatten
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Methoden und Regeln der
Bildgestaltung
1. Grundsätzliche Überlegungen
Wenn ein Betrachter
eines beliebigen Fotos bei der Aufnahme nicht anwesend war fehlen ihm wichtige
Informationen. Er kennt nicht die reale Umgebung, Geräusche, Gerüche oder
sonstige Umwelteinflüsse die bei der Aufnahme herrschten. Er weiß möglicherweise
nicht wo die Aufnahme entstanden ist. Er weiß nicht in welcher Stimmung der
Fotograf bei der Aufnahme war und was ihn überhaupt veranlasst hat auf den
Auslöser der Kamera zu drücken. Er sieht nur das Foto. Trotzdem entscheidet er,
noch bevor er überhaupt beginnt über die eigentliche Bildaussage nachzudenken,
in nur Bruchteilen einer Sekunde ob er das Foto als interessant oder langweilig
empfindet!
Die Kriterien mit dem
der Betrachter ein Bild spontan bewertet, spielen sich immer zuerst im
Unterbewusstsein ab. Wenn der Fotograf diese Bewertungskriterien kennt kann er
dieses Wissen natürlich nutzen und schon bei der Aufnahme gezielt Bildelemente,
die der Betrachter als interessant und angenehm empfinden wird, in das Motiv
einbauen. Der Fotograf muss also versuchen, nicht vorhandene Informationen wie
z. B. Räumlichkeit, Dynamik und Stimmungen so im Motiv zur Geltung zu bringen,
dass der Betrachter das Foto schon beim ersten Blick als interessant empfindet,
wobei man nicht vergessen sollte, dass auch die Geschmäcker der Betrachter
verschieden sind. Diese Überlegungen werfen unwillkürlich einige Fragen auf:
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Was unterscheidet ein
Foto von der realen Welt?
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Ist ein Foto überhaupt
objektiv?
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Was unterscheidet ein
gutes Foto von einem schlechten?
Um die erste Fragen zu
beantworten beginnen wir mit einer einfachen Gegenüberstellung:
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reale Welt |
Foto |
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Dimension |
dreidimensional
(Raum) |
zweidimensional
(Fläche) |
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Zeit |
dynamisch
(zeitlich veränderlich) |
statisch
(zeitlich konstant) |
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Geräusche |
vorhanden |
nicht vorhanden |
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Gerüche |
vorhanden |
nicht vorhanden |
|
Stimmung |
vorhanden |
nicht vorhanden |
Wie man sieht bildet die Kamera die reale Welt
keineswegs objektiv ab. Zwar fällt das Licht der realen Welt auf den
Sensor um das Foto zu belichten, aber das Foto ist immer nur ein
kleiner zweidimensionaler Ausschnitt und eine Momentaufnahme der
realen Welt. Der Fotograf kann alleine durch die Wahl des
Bildausschnittes gezielt Dinge auf dem Foto weglassen oder
hinzunehmen um ein und dasselbe Motiv neutral, positiv oder auch
negativ darzustellen - also reine Ansichtssache. Ein Foto ist also
niemals objektiv oder gar ehrlich da es immer nur einen Ausschnitt
und eine Abstraktion der Wirklichkeit darstellt!
Und was unterscheidet nun ein gutes Foto von einem
schlechten?
Ein gutes Foto muss beim Betrachter spontanes
Interesse wecken. Seine Augen müssen beschäftigt werden und die
einzelnen Bildelemente müssen so in Szene gesetzt werden, dass er das
Gesamtmotiv als angenehm, spannend und interessant empfindet. Mit der
Fotografie kann man mit Hilfe von gezielten gestalterischen Mitteln
und Regeln des Bildaufbaus die Eigenschaften der realen Welt
wiedergeben. Das ist das Ziel der Bildgestaltung und das ist Fotografie in Ihrer schönsten Form!
2. Das Motiv
Am Anfang jeden Fotos ist das Motiv. Das Motiv ist der
Begriff für das Gesehene. Will der Fotograf eine Bildaussage
vermitteln, wird er das Motiv in passende Gestaltungselemente
(Perspektive, Bildausschnitt, Farbgebung, Lichtführung usw.)
umsetzten, die der Betrachter des Fotos später wieder entschlüsseln
muss. Bei den Gestaltungselementen kann man auch von „Symbolen“
sprechen. Das dieser Prozess funktioniert setzt allerdings voraus,
dass der Fotograf die Interpretationsmöglichkeiten des Betrachters
kennt und berücksichtigt, damit dieser überhaupt in der Lage ist die
Symbole wieder zu entschlüsseln. Eine Alternative oder Ergänzung
besteht darin, dass der Betrachter fehlende Informationen über
Ursachen und Hintergründe der Bildentstehung besitzt.
Wirklich gute Fotos werden nur von Motiven gemacht,
von denen man begeistert ist. Bevor man auf den Auslöser der Kamera
drückt sollte man sich also über das Motiv, die Bildaussage und deren
Umsetzung in ein Foto im voraus Gedanken machen und sich folgende
Fragen stellen (und beantworten!):
Warum?
Warum wollen Sie dieses Motiv fotografieren? Warum nicht ein anderes?
Was?
Was reizt Sie an diesem Motiv besonders? Was wollen Sie mit dem Bild bezwecken?
Wie?
Wie betonen Sie den Reiz des Motivs im Bild? Wie ist ihre Einstellung zum Motiv?
3. Beschränkung auf das Wesentliche
Man muss sich beim Bildaufbau auf das Wesentliche
konzentrieren und seine Bildausschnitte so wählen, das nicht
unwesentliche Dinge auf dem Bild sind die nicht zur eigentlichen
Bildaussage
beitragen oder sogar auf das Gesamtbild störend wirken können. Ein
typischer Fehler ergibt sich hierbei dadurch, dass der Fotograf
versucht zu viele Informationen auf dem Foto unterzubringen und
degradiert dabei das eigentliche Motiv zum Suchbild. War z. B. der
erste Gedanke einen schönen Brunnen auf einem Dorfplatz aufzunehmen
und das Bildergebnis zeigt dann das halbe Dorf, wobei der Brunnen
selbst im Motiv fast unscheinbar verschwindet, wurde die Umsetzung
der Motividee weit verfehlt. Auch ein monochromer kontrastloser
Himmel oder eine langweilige Wiese oder Straße im Vordergrund, die
mehr als ein drittel des Bildes einnehmen, sind überflüssig. Man darf
auf seinem Bild keinen Platz unnötig verschenken und wenn nicht genug
auf dem Foto ist, war man nicht nahe genug am Motiv.
4.
Eine Frage des Formats
Das Bildformat kann einen starken Einfluss auf ein
Foto ausüben. Es kann den Inhalt des Motivs unterstützen, oder im
Gegenteil auch behindern. Daher stellt sich die Frage: Quer-, oder
Hochformat?
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Das Querformat
Das Querformat
ist das am häufigsten genutzte Bildformat. Dies ist wohl auch der
Grund warum Kameras so gebaut sind, dass sie in ihrer „normalen“
Haltung ein Bild im Querformat produzieren. Das Querformat kommt
zudem unserem normalen Seheindruck am nächsten. Diese Tatsache ist
schon ein wichtiger Teil der Bildgestaltung. Das Querformat lädt
den Betrachter ein wie in seiner natürlichen Umgebung mit den
Augen in dem Bild herum zu wandern. Durch das Verhältnis Höhe zur
Breite wirkt es unterbewusst sehr stabil. Es betont die
horizontalen Linien und ist deshalb für klassische
Landschaftsfotografie besonders gut geeignet.
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Das Hochformat
Das Hochformat
ist nicht nur optisch das Gegenteil zum Querformat. Es widerspricht
der natürlichen Wahrnehmung und betont das auf einen Ausschnitt
begrenzte Motiv im Bild. Es unterstützt vertikale Linien und ist
deshalb durch seine Höhe gut geeignet um Größe zu dokumentieren. Es
wirkt aber auch instabiler als das Querformat, was den Betrachter
in seiner Wahrnehmung verunsichern kann.
5. Licht und Schatten
Das
Wichtigste bei der Fotografie ist das Licht. Ohne Licht kann kein
Foto entstehen. Neben der rein technischen
Wirkung ist die Lichtstimmung eines
das bedeutendste Mittel der Bildgestaltung. Der Fotograf muss die
unterschiedlichen Lichtstimmungen die bei einer Aufnahme herrschen
können für sich nutzen und mit dem Licht „mahlen". Starke Kontraste
mit interessanten Schatten können je nach Situation genauso
stimmungsvoll sein wie weiches und monochromes Licht. Ein einfaches
und im Grunde langweiliges Motiv kann durch die richtige
Lichtstimmung in ein sehr interessantes Foto verwandelt werden.
Wichtig ist dabei nicht nur die Richtung aus der das Licht kommt,
auch die Lichtfarbe und die Art der Lichtführung
haben bei der Bildgestaltung eine große Bedeutung. Hierbei spielt es
keine Rolle ob es sich bei dem Licht um natürliches Sonnenlicht
handelt, oder ob es künstlich mit Studiolampen, oder mit Blitzgeräten
erzeugt wurde.
Man
unterscheidet grob folgende Arten von Lichtrichtungen:

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Frontlicht
Licht das direkt von vorne auf ein Objekt fällt lässt dieses
flach und ohne Struktur erscheinen. Das Bild wirkt platt weil auch
eventuell auf dem Objekt vorhandene Strukturen keine Schatten
werfen. Andererseits kommen bei Frontlicht
Farben sehr gut zur Geltung. Typische Situationen bei denen man mit
frontalem Licht zu tun hat, ist das „Sonne im Rücken Foto“ und der
Einsatz von direktem Blitzlicht.
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Seitenlicht
Eine Lichtquelle schräg hinter dem
Fotografen betont die Plastizität eines Objektes, weil die
Strukturen auf einem Objekt nun Schatten werfen. Diese Schatten
sind dafür verantwortlich, dass Objekte auf dem zweidimensionalen
Foto Tiefenwirkung erhalten. Je schräger das Licht von der Seite
kommt, desto stärker ist dieser Effekt.
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Steiflicht
Licht das direkt von der Seite auf ein
Objekt fällt verursacht die kräftigsten Schatten auf der
Oberfläche. Weil das Licht quasi die Oberfläche des Objektes
streift wird es Streiflicht genannt.
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Unterlicht
Von Unterlicht spricht man, wenn
Seitenlicht von unten auf ein Objekt fällt. Diese Lichtart
entspricht nicht unserer normalen Sehgewohnheit, weil normalerweise
das Licht von oben durch die Sonne kommt und erregt deshalb
besondere Aufmerksamkeit. Bei Portraits erinnert es z. B. stark an
„Geisterbahn“ und sollte daher vermieden werden.
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Gegenlicht
Ist die Lichtquelle hinter dem Objekt angeordnet, so spricht
man von Gegenlicht.
Gegenlicht bewirkt das die dem Fotografen zugewandte Seite des
Objektes im Schatten liegt. Demnach wird der Umriss des Objektes
betont, das Objekt selbst, seine Struktur und seine Farben liegen
im Schatten. Das Extrem einer Gegenlichtaufnahme ist die
Silhouette, bei der nur noch der Umriss eines Objektes erkennbar
ist. Gegenlichtaufnahmen weisen typischerweise einen recht geringen
Informationsgehalt auf (Details, Farben, usw.), sind aber wegen den
entstehenden Lichtsäumen, die das Auge normalerweise nicht so
ausgeprägt wahrnimmt, sehr stimmungsvoll. Gegenlicht ist
Dunkelheit die von Licht umspült ist!
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Durchlicht
Von Durchlicht spricht man, wenn
Gegenlicht das Objekt durchdringen kann. Durchlicht lässt das
Objekt leuchten. Blätter, Blüten oder Stoffe von oben durch die
Sonne beschienen und von unten betrachtet, vermitteln einen guten
Eindruck welchen Zauber Durchlicht auf dem Bild erzeugen kann.
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Farbiges Licht
Die Lichtfarbe (Farbtemperatur)
beeinflusst vor allem die emotionale Wirkung eines Motivs. Das
Licht kann viele verschiedene Farben annehmen. Die Farben und ihre
Stimmung beeinflussen die Bildaussage und die Bildwirkung sehr
stark. Kalte blaue Farben rufen beim Betrachter natürlich andere
Emotionen hervor als warme gelbe oder rötliche Farben. Wenn man ein
und dasselbe Motiv unter freiem Himmel im Laufe des Tages
beobachtet, wird schnell klar wie mit dem Stand der Sonne die
Lichtstimmungen wechseln. Sehr warmes Licht mit langen Schatten
(klarer Himmel vorausgesetzt) bekommt man kurz nach Sonnenaufgang
oder kurz vor Sonnenuntergang. Als „blaue Stunde“ bezeichnet man
die Zeit in der Dämmerung nach Sonnenuntergang, wenn die
Farbtemperatur des Himmels weit über 10.000 K steigen kann. Dunkle
Motive werden vom Betrachter in der Regel als beruhigend empfunden.
6. Methoden und Regeln der Bildgestaltung
Die
Bildgestaltung
ist die Umsetzung der Bildaussage bzw. des Bildinhalts in eine
Struktur einzelner Bildelemente mit Hilfe aufnahmetechnischer und
gestalterischer Arbeitsweisen. Nachfolgend werden einige Methoden und
Regeln der traditionellen Bildgestaltung aufgezeigt. Beim Bildaufbau
können dann eine, mehrere oder auch keine dieser Methoden und Regeln
in einem Foto Anwendung finden!
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Die
richtig Wahl von Brennweite und Standort
Die Kamera mit ihrer Optik bietet viele
Möglichkeiten Bildmotive durch technische Eingriffe zu gestalten.
Mit der richtigen Wahl von Brennweite und Standtort kann man nicht
nur den Bildausschnitt bestimmen, sondern auch eine gewisse
Raumwirkung mit dem Verhältnis von Vorder- und Hintergrund
erzielen. Man kann ein Motiv, z. B. einen Brunnen auf einem
Marktplatz, mit verschiedenen Brennweiten immer gleich groß
aufnehmen, indem man mit einer kurzen Brennweite nah herantritt,
bei längeren Brennweiten dagegen weiter zurückgeht. Was sich aber
dramatisch ändert ist die Darstellung des Hintergrundes. Während
der Brunnen bei der Weitwinkelaufnahme allein auf weiter Flur steht
und die Häuser klein und weit entfernt im Hintergrund erscheinen,
wird der selbe Brunnen bei der Teleaufnahme direkt vor die Wand
eines Hauses im Hintergrund rücken. Das Weitwinkelobjektiv zieht
den Raum optisch auseinander, das Teleobjektiv drückt ihn zusammen.
Dabei ergeben sich ganz unterschiedliche Bildwirkungen, die
Weitwinkelaufnahme vermittelt eher einen dynamischen Eindruck und
lässt den Betrachter am Geschehen teilnehmen. Die Teleaufnahme ist
von sachlicherem Charakter und hat nicht so viel räumliche Tiefe.
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Die richtige Blende
Die Blendenwahl ist ebenfalls ein Mittel,
das durch einen technischen Eingriff der Kamera gesteuert wird. Mit
der richtigen Wahl der Schärfentiefe
(scharfe / unscharfe Bildbereiche) kann man gezielt Objekte vom
Hintergrund trennen und hervorheben. Dadurch kann bei
Porträt-Aufnahmen der störende Hintergrund eliminiert werden.
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Die richtige Verschlusszeit
Mit der Verschlusszeit
kann man gezielt Bewegungen im Bild steuern. Die Steuerung selbst
erfolgt mit einem technischen Eingriff an der Kamera. Mit der
richtigen Wahl der Verschlusszeit können gezielt
Bewegungsunschärfen und damit Dynamik in das Motiv gebracht werden.
Bei schnellen Objekten wirkt der "Mitzieh-Effekt" besonders
dynamisch. Dabei wird das Objekt bei der Aufnahme mit der Kamera
verfolgt. Wichtig dabei ist, dass die Verschlusszeit nicht zu kurz
gewählt wird und der Hintergrund nicht zu monochrom ist, damit der
Effekt richtig zur Geltung kommt.
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Der goldene Schnitt
Legt
man ein Objekt zentral in die Mitte eines Bildes, kann es vom
Betrachter als langweilig empfunden werden. Die richtige
Positionierung des Objektes im Bild kann allerdings gleichzeitig
Spannung und Harmonie erzeugen. Der "goldene Schnitt"
bezeichnet ein Teilungsverhältnis von Strecken oder Flächen, dem als
Gestaltungsmittel höchste Harmonie nachgesagt wird. Dabei soll eine Strecke so
gegliedert werden, dass sich die kleinere Stecke B
zur größeren A von der Länge so verhält wie die größere
Strecke
A zur Gesamtstrecke C. Annähernd trifft dies bei
einem Teilungsverhältnis von 3:5, besser 5:8 oder 8:13 zu.
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Die Drittel-Regel
Durch die Aufteilung des Bildes in Drittelzonen kann
wie beim goldenen Schnitt eine spannende und harmonische
Betrachtungsweise erzeugt werden. Landschaften können so z. B. in
1/3 Vordergrund, 1/3 Bildzentrum und 1/3 Hintergrund (inkl.
Himmel), oder auch 2/3 Vordergrund und 1/3 Hintergrund aufgeteilt
werden. Einzelne Objekte (z. B. ein Haus in einer Landschaft)
können in den goldenen Schnitt oder auf die Drittelpunkte des
Bildes gelegt werden.
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Bildbestimmende Diagonalen
Diagonale
Linien machen das Motiv
spannend und interessant. Sie sind daher für die Bildgestaltung
äußerst wichtig und können sogar regelrecht bildbestimmend sein.
Die Augen laufen auf ihnen ganz automatisch wie auf Schienen
entlang, sie können gar nicht anders. Wenn die Augen beschäftigt
werden, wird das Bild automatisch interessant. Die Diagonalen
müssen dabei nicht in einem Stück verlaufen, sondern können auch
gedachte Linien sein, die durch geschickt angeordnete Objekte
verlaufen. Linien die im Bild von links unten nach rechts oben
verlaufen, werden von Rechtshändern als angenehmer empfunden als
von links oben nach rechts unten verlaufende. Bei Linkshändern ist
der Effekt genau umgekehrt.
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Stürzende Linien
Ein etwas unschöner optischer Effekt sind
die so genannten „stürzenden Linien“.
Sie entstehen immer dann, wenn man bei der Aufnahme die Kamera mit
ihrer Filmebene vor dem aufzunehmenden Objekt nach oben oder nach
unten neigt. Will man z. B. ein Gebäude fotografieren und steht mit
einem Weitwinkelobjektiv
zu nahe davor, muss man die Kamera zwangsläufig nach oben neigen um
das Gebäude komplett auf das Bild zu bekommen. Da die Gebäudelinien
nun nicht mehr parallel zum Bildrand verlaufen, also „stürzen“,
wirkt das Gebäude im Kamerasucher und auf dem späteren Foto so, als
wenn es nach hinten umkippen würde. Neigt man die Kamera nach
unten, scheint es nach vorn zu kippen. Stürzende Linien lassen sich
aber vermeiden. Zum einen kann man den Aufnahmestandort so wählen,
das die Kamera gerade gehalten und das Objekt aus weiter Entfernung
mit einem Teleobjektiv aufgenommen werden kann, oder man muss ein
teures Spezialobjektiv, ein so genanntes Shift-Objektiv verwenden.
Mit ihm kann man die optische Achse im Bereich des Bildkreises so
verschieben kann, dass die Kamera wieder gerade auf das Motiv
gerichtet ist. Um extreme Perspektiven zu erzeugen, kann man
stürzende Linien aber auch gezielt als Gestaltungselement
(Diagonale) des Bildes verwenden.
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Kontraste
Kontraste und ihr Gegenteil sind wichtige und
wirksame Gestaltungsmittel. Dabei werden auf verschiedene Arten
Spannungen oder auch Harmonien im Bild erzeugt. Sie können zwischen
allen Bildelementen untereinander auftreten. Möglich sind hier
Hell-, und Dunkelkontraste, Farben-, oder Formen-Kontraste
(Farben-, oder Formenharmonie). Größen-, und Mengenkontraste.
Kontraste und Harmonien sind aber nicht nur an grafische Elemente
gebunden, sondern können auch zwischen Teilen des Bildinhalts, wie
z. B. die Badewannen in der Wüste im Foto rechts, wirksam
eingesetzt werden. Während Harmonien Ruhe im Bild erzeugen, bringen
Kontraste eine besondere Dynamik und Spannung mit sich.
Ähnlichkeiten erlauben es dem Betrachter imaginäre Linien und
Flächen im Bild zu finden aber auch Assoziation zu erzeugen und
damit besonderes Interesse für das Motiv zu wecken.
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Die
Horizontlinie
Bei Landschaftsaufnahmen gibt es keine Regel über die ideale
Lage der Horizontlinie. Es gibt nur eine Regel wo sie nicht liegen
sollte - nämlich genau in der Mitte! Hat man z. B. wie im Bild
rechts einen dramatischen Himmel mit einer interessanten
Wolkenstruktur, kann man den Horizont so weit nach unten legen,
dass der Himmel den größten Teil des Bildes einnimmt. Bei einem
interessanten Vordergrund und einem monochromen Himmel legt man den
Horizont so weit wie möglich nach oben, so dass der langweilige
Himmel nicht zu viel Fläche vom Bild wegnimmt.
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Sonnenuntergänge
Sonnenauf- und Sonnenuntergänge ergeben
auf Grund ihrer warmen rötlichen Farben immer sehr stimmungsvolle
Bilder. Hier gibt es allerdings einiges zu beachten: Bei solchen
Aufnahmen fotografiert man genau in die Sonne, was zwar kein
Problem darstellt, die hohen Kontrastunterschiede zwischen der
hellen Sonnenscheibe und der übrigen Motivumgebung werden aber oft
unterschätzt. Der Film ist nicht in der Lage diese hohen Kontraste
zu verarbeiten, so dass Vordergrund und Umgebung hier in der Regel
nur als schwarze Silhouette abgebildet werden. Man muss also die
Horizontlinie sehr tief an den unteren Bildrand legen, da sonst ein
großer Teil der Bildunterseite nur als schwarzer Streifen
abgebildet wird. Grundsätzlich sollte man noch eine Blende
überbelichten oder bei Unsicherheit eine Belichtungsreihe machen.
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Spiegelungen
Die Oberfläche vieler Materialien
spiegeln ihre Umgebung mit verfälschten Farben wieder.
Wasseroberflächen geben die gespiegelte Umwelt weitgehend neutral
wieder und sind daher sehr gut geeignet um für die verschiedensten
Spiegeleffekte bei Tag und Nacht verwendet zu werden. Durch
Spiegelungen können auch interessante geometrische Symmetrien
erzeugt werden, die vom Betrachter als sehr angenehm und beruhigend
empfunden werden. Mit einem Weitwinkelobjektiv
und einem sehr tiefen Kamerastandort kann man optisch aus einer
Wasserpfütze einen kleinen See produzieren.
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Framing
Um langweilige Bildecken aus dem Motiv zu verbannen, kann als
Gestaltungsmittel das „einrahmen“, auf neudeutsch „Framing“
genannt,
eingesetzt werden. Hierbei wird ein günstiger Aufnahmestandort
gesucht, bei dem natürliche (z. B. Bäume oder Äste) oder auch
künstliche Objekte so in das Motiv hinein ragen, dass die
entsprechenden Bildecken oder andere störende Objekte einfach
wirksam abdeckt werden. Das Motiv
erhält außerdem einen interessanten natürlichen Rahmen.
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Selbsterklärende Motive
Es gibt in der Fotografie viele Fotos mit Motiven die auf die
Betrachter auf Anhieb interessant oder faszinierend wirken, obwohl
keine Methoden und Regeln der traditionellen Bildgestaltung
Anwendung gefunden haben. Diese Motive sind einfach
selbsterklärend.
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Postkartenfotos
Fotos die dem Klischee von typischen
Postkartenfotos entsprechen gibt es genug. Es ist also anzustreben
interessantere Fotos zu produzieren!
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